Neu erschienen:

"Schwäbisch kriminelle Weihnacht", eine Krimi-Anthologie im Wellhöfer Verlag.

 

Mordsstimmung unterm Weihnachtsbaum? Für meinen Protagonisten in "Hausbesuche" fühlt sich das so an:

 

Er hatte diesen ganzen Weihnachtszirkus für Mutter veranstaltet, hatte den Baum mit Lichterkette aufgebaut und mit Lametta, weil sie darauf bestand. Und schließlich hatte er am Tag vorher in aller Hetze nach Feierabend auf den letzten Drücker kurz vor Ladenschluss noch eingekauft, damit er Heiligabend für sie kochen konnte. Sie war doch begeistert gewesen, als er Ente ankündigte. »Wie schön, ach, dass ich die noch mal essen kann, ach, Peterle …« Ganz sentimental war sie geworden, und sogar er war gerührt und dachte, es könnte mal ein schöner Abend zusammen werden, ganz ohne Nörgeln. 

"Der letzte Irrtum", Kurzgeschichte in der Anthologie "Himmel.Hölle.Heimatkunde" des Nordhessischen Autorenpreises e.V., erschienen im Oktober 2015 im Wortwechsel Verlag

 

Die Protagonistin trifft einen Mann, der ihr in einer aussichtslosen Situation helfen will.

Aus meinem Text:

Endlich mal einer, der nicht meckerte, dass sie zu leise sprach, zu laut lachte, sich zu langsam bewegte. Alles an ihr jetzt plötzlich richtig, an jenem Abend jedenfalls und auch am nächsten. Dann bezahlte er ihr die Fahrkarte nach Kassel. Er sorge sich sonst um sie, wenn sie per Anhalter zurückfuhr. Komm bald wieder. Sie versprach es.

"Abschied von Stefan", eine Krimigeschichte, die in Reutlingen spielt, in der Anthologie "Schwabens Schwarze Seele", von Bettina Hellwig im Wellhöfer Verlag herausgegeben.

 

Aus meinem Text:

Sie schrak zusammen, als das Telefon, das sie noch in der Hand hielt, wieder klingelte. Die Büronummer. Stefan. Anette drückte die Taste, meldete sich.

„Ciao.“ Sie hörte, wie ihre Stimme zitterte, hörte das Blut in ihren Ohren, dann erst Stefan.

„… ein Abschiedsessen, sozusagen.“

Er wusste doch noch nicht … Oder hatte Gunda ihm schon … Er sprach von Tradition und Reutlingen und Winterende. Lichtstube.

„Nicht unser Abschiedsessen?“, rutschte es ihr raus.

Er lachte. „So leicht wirst du mich nicht los.“

Zwei Texte aus meinem Episodenroman "ZwischenAbstand"

in "Was wir nicht sehen",

dem Förderband 14, herausgegeben von Lisa-Marie Dickreiter für den Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, Juli 2015

 

In meinem Text "Zwischen" fährt eine schwangere Frau zum Vater ihres Kindes. In "Rot" bringt ein psychotischer Junge seine Mutter zur Verzweiflung.

 

Aus "Zwischen":

Früher erwartete sie dauernd, dass böse Menschen ihr an den Kragen wollten. Sie stellte sich das vor, ganz echt: wie jemand sie am Kragen packte, ihr an die Gurgel ging. Sie  konnte spüren, wie es klopfte in der Grube am Hals, da, wo Rainer später seinen Finger hinlegte, damals, bevor er zum ersten Mal den obersten Knopf - "Der geht aber schwer, du, das ist aber eng, ist dir das nicht zu eng am Hals." Und seltsam, nachdem er das gesagt hatte, war der Kragen zu eng.

 

Aus "Rot":

Sie muss ihn festhalten. Sein Körper hart, sie muss ihm Ruhe schenken und irgndwann werden beide zusammen weich. Dann muss sie wieder loslassen. Halten, jetzt auch. Natürlich gaffen alle längst. Halten mit aller Kraft. Dann hört er doch auf.

 

"Immer daneben, Geschichten von Fine" in der Anthologie "Groß werden", im Auftrag der Stadtbibliothek Reutlingen herausgegeben von Sibylle Mulot, Oktober 2014

 

Aus meinem Text "Erinnerung":

Gibt es weiße Flecken auf der Erinnerungslandkarte? Unbesuchte, vergessene Orte, wo das Kind wohnt, das so hell und laut lachte? Das Kind mit dem wütenden Funkeln im Blick? Das Kind, das auf Bäume kletterte und in Höhlen kroch, das Kind, das rannte, hopste und sang?

Das Kind muss neu erfunden werden.

 

"Im Reich der Piraten" - Cover

 

"Nachtwache", eine Seemannsgeschichte für Kinder in "Im Reich der Piraten", Anthologie, herausgegeben von Melanie Wiesenthal, Merquana Verlag, Juli 2013

 

Öffentlich war dieser Text schon lange, mehrfach vorgelesen in Schule, Bibliothek, Theater. Nun liegt er in gedruckter Form vor.

 

Der Schiffsjunge Tom muss damit rechnen, dass die Galionsfigur Orcana ihn tötet, wenn er ihr Geheimnis preisgibt. Aber nur so kann er sein Schiff und seine Mannschaft retten ...

 

Aus dem Text:

"Diesmal kommst du mir nicht davon!", brüllte sie. "Ja, ich mache Wind! Wehe, Wind, wehe so stark, dass das Schiff an Land getrieben wird, wehe ... Und wehe euch, ihr Seeleute, euer Schiff wird an der Küste zerschnellen! Hooh ..."

Eine heftige Bö fuhr in die Segel, die schon seit Tagen schlaff heruntergehangen hatten. Ein Ruck erschütterte das Schiff und weckte die Mannschaft.

Verschlafen und verwirrt stolptete der alte Jan an Deck.

"Was zum Teufel ...", brummte er - und erstarrte, als er die Galionsfigur hörte.

"PLanet Kassel" - Cover

"Mittendrin", eine Kurzgeschichte in "Planet Kassel", Anthologie des Nordhessischen Autorenpreises e.V., November 2012 im Wortwechsel Verlag. 

Drei Mitglieder der Autorengruppe LiteRatten hatten sich an der Ausschreibung für den Nordhessischen Autorenpreis beteiligt - alle drei haben es in die Anthologie geschafft.

 

In meiner Kurzgeschichte begegnet eine Frau bei einer der regelmäßigen Übernachtungen im Motel plötzlich sich selbst und ihrer Familie in früheren und späteren Zeiten.

Aus dem Text:

"Raststätte Kassel-Ost - so hieß der Punkt auf der Straßenkarte.

Aber vielleicht gab es ja außerdem nichts, bloß das Denkmal und die Raststätte. Sybille stellte sich vor, das alles wäre ein riesiger Betrug und in Wirklichkeit existierte Kassel gar nicht."

"Der Wolf und das böse Rotkäppchen" - Cover

"Aschenputtels zweite Schwester", Variation zum Märchen "Aschenputtel" in "Grimms Märchen Update 1.2 - Der Wolf und das böse Rotkäppchen", Anthologie, herausgegeben von Charlotte Erpenbeck im Machandel Verlag, 2012

 

Ursprünglich als Schreibübung mit dem Thema Märchenbearbeitung entstanden, wurde dieser Text, der das Märchen aus der Perspektive der mittleren Schwester erzählt, für eine Lesung mit Musik - die "Cinderella Suite" von Lance Eccles - erweitert. Ein Mitglied der Autorengruppe LiteRatten riet mir, ihn für die Grimm-Anthologie einzureichen.

 

Aus dem Text:

"Ein Fest! Ein Fest im Schloss, der Prinz sucht eine Braut. Ob ich die Perlen anlege oder den Smaragd, der passt so gut zu meinen Augen. Die Schwester trägt ihr Spitzenkleid ... Dafür ist ihre Kette dürftig.

Was - Aschenputtel, du? Du willst mitkommen? Wir müssten uns ja schämen deinetwegen. Da, lies die Erbsen aus der Asche!"

"Luftschlösser" - Cover

 

 

 

"Wolken", Gedicht, in "Luftschlösser", Anthologie, herausgegeben von Nicole Vergin und Petra Fuhrmann, Papierfresserchens MTM-Verlag, 2012

 

"Ich hab in meinem Luftschloss gewohnt

auf Wolke Nr. 7 ..."

 

 

 

 

 

 

 

 

"Kurzprosa schreiben" - Cover

 

 

"Der war nun weg" - meine dreiteilige Kurzgeschichte in dem Band "Kurzprosa schreiben" von Eleonore Wittke, Sieben Verlag, 2010

 

über den Text:

"In Heide Köhlers Text vom Stuhl und seinen drei Besitzern ist das eloquent herausgearbeitet, indem von drei Protagonisten aus gleich drei verschiedenen Milieus erzählt wird. Sie sprechen jeweils in der Ich-Perspektive, was das Ganze noch intensiviert. Zwar spielen auch die psychischen Verfassungen der jeweiligen Ich-Erzähler eine wichtige Rolle, definiert werden sie aber durch ihre soziale Welt - Wohnumfeld, soziale Stellung, Sprache geben darüber implizit Auskunft."

Eleonore Wittke

 

aus dem Text:

"Mein Knöchel ist nach einigen Tagen abgeschwollen, aber ich hätte lieber einen Hinkefuß zurückbehalten als diesen Phantomschmerz, der mich überfällt, wenn ich durch meine aufgeräumte Diele gehe."

"Aber neulich, als Bodo kam und sah, dass ich Schnupfen hatte, da hatte er doch plötzlich die blöde Idee, dass er den Stuhl aus der Küche holen könnte, weil er sich nicht anstecken wollte. Ein Bier hat er sich auch gleich mitgebracht."

"Aber mein Stuhl, Mensch, von dem war'n bloß paar verkohlte Teile da, drei Beene konnt ick noch erkennen und 'n Stückchen Lehne."

 

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