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Verfärbungen an einer alten dänischen Mauer und ein Spruch, den ich Gertrude Stein nachempfunden habe, sind dieses Jahr mein elektronischer Weihnachtsgruß. 

Merry Christmas and a Happy New Year!

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Federlesen

Nicht viel Federlesens? Doch! 

Zum Schreiben im Café brachte ich im Dezember Papierfedern aus alten Buchseiten mit, die wir als Schreibimpuls benutzten. Mein Text:

Da steht zum Beispiel: „Sind viele Fremde dort?“  „Bis jetzt sind glücklicherweise“ – weiter kann ich nicht lesen, mehr will ich gar nicht wissen. Fremde als Stichwort, Fremde als Reizwort: Fremde, die aus einer unbekannten, weit entfernten Fremde kommen, hm, naja, da will man erstmal freundlich sein, man ist ja kein … und andererseits: „Sind viele …“, lautete die Frage. Denn wenn’s nur wenige sind, dann hat man kein Problem damit, dann geht das in der Masse unter, dann fällt das nicht so auf und ist nicht so bedrohlich. Aber viele? Wann fängt das „viele“ an? Bei 3, 10, 87 oder 1000?

Die Fremde allerdings, aus der die vielen Fremden kommen, besucht man doch ganz gern – da fliegt man ein und lernt ein bisschen was davon kennen, die fremde Küche, exotische Gewürze, an Ort und Stelle dort nicht so mehr oder weniger dem hiesigen Gaumen angepasst. Fremder eben, besonders. Und das fremde Wetter, die Landschaft – na, deshalb fährt man ja hin, hauptsächlich, oder? Blaue Himmel und Palmen oder Felsen, Steine, Wüste, oder fast undurchdringliche Wälder, ein bisschen zugänglich gemacht, gerade so viel, wie es gefällt. Die Fremde als Paket und all-inclusive, manchmal sogar die eine oder andere halbwegs echte Begegnung mit den Fremden, die dort nicht fremd sind. Die dich willkommen heißen, wenn du dein Geld mitbringst, oder, so fragst du dich, weil du es mitbringst? Und es ausgibst für ihre fremden Gegenstände, Teppiche, Schalen, Masken, du kaufst so viel, wie du gerade noch unterbringen kannst in deinem Koffer, oder was ganz Besonderes und Großes lässt du auch manchmal schicken. Dann fliegst du wieder nach Hause und da umgibst du dich mit diesem Bisschen globalen Charmes, das du erworben hast, und grüßt vielleicht den türkischen Gemüsehändler – oder ist er Kurde? – du grüßt ihn dann mal extra freundlich, für eine Weile.

„Der Weg ist übrigens nicht zu ver“, steht auch noch auf der Feder. Nicht zu verfehlen, der Weg, soll das wahrscheinlich heißen. Aber welcher? Wohin? 

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Schönheit

"Schönheit" war das Thema der Ausschreibung des Schwäbischen Literaturpreises 2018. Meine Kurzgeschichte "Lächeln für Mark"  wurde in die Anthologie aufgenommen. Darin wird Sulola, eine nigerianische Frau, von Mark über die Grenzen geschmuggelt und nach Friedrichshafen gebracht. "Pretty woman, alone", sagte er in seinem rudimentären Englisch zu ihr, als er sie traf. Sie bekommt falsche Papiere und er heiratet sie. Aus dem Text:

Später stieg er mit ihr auf den Stahlturm am Hafen und zeigte ihr die Umgebung. Von hier oben konnte sie weit über den See schauen. Weiße Schiffe fuhren darauf herum. Himmel, Berge, Wasser – eine freundliche Welt. Als sie wieder hinunterstiegen, fragte sie nach den Vorhängeschlössern am Gitter. So eines werde er da auch anbringen, sagte Mark, eines mit T für Tanja und M für Mark. Das bedeute „Love“, erklärte Mark. Sie sprach das deutsche Wort aus: Liebe.

Ein neuer Anfang.

 

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Endspurt

Eine der Protagonistinnen in meinem nun fast abgeschlossenen Romanprojekt* fotografiert, was sie auf der Straße findet. Aus dem Text:

Kronkorken, schon ein wenig angerostet. Plastikdeckel von Einwegbechern, die durchsichtigen Hülsen von Strohhalmverpackungen, Papiertüten, plattgetreten

oder zerknüllt, manche schon aufgeweicht, in Auflösung begriffen, als würden sie in den Asphalt einsickern, ja, man konnte sich vorstellen, dass sich um die Erde eine Kruste aus Müll bilden würde, eine immer dickere Schicht. Aber nein, Adas Fotos waren nicht als Protest dagegen gemeint. Sie spürte

eine eiskalte Befriedigung, wenn sie wieder so ein Objekt in Szene setzte – wohlgemerkt, nur mit der Kamera. Niemals manipulierte sie die Fundstücke, arrangierte sie anders, als sie da auf der Straße lagen oder im Gras oder zwischen den Blättern auf den Wegen. Sie nahm sie nur von allen möglichen verschiedenen Blickwinkeln auf und suchte sich das wirkungsvollste Bild aus.

Warum? Sie fühlte sich grimmig verwandt mit dem Abfall.

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Mit dem Bus in den Herbst

 Schreiben-on-Tour. Ich habe versucht, durch die Brille einer Figur zu beobachten, über die ich demnächst schreiben möchte - eine ehemalige Schauspielerin:

Wie die das schaffen, und es scheint ihnen gar nichts auszumachen. Wachsen da so am Straßenrand. Gedeihen, oder? Scheint so. Aber ob sie nicht lieber im Wald, in einem Park, im Garten stehen würden? Sie haben keine Wahl und müssen nehmen, was sie kriegen. Den asphaltierten Boden - ja, können ihre Wurzeln denn darunter atmen? Müssen sie atmen, oder reicht ihnen vielleicht die Erde drunter, ich habe keine Ahnung, wie Bäume das machen mit dem Wachsen und überhaupt.  Photosynthese, oder? Die Blätter. Chlorophyll und irgendwie verwandeln die Licht in Zucker oder was? Wahrscheinlich hab ich mir da ganz was Falsches eingeprägt, irgendwo aufgeschnappt und missverstanden. Auf jeden Fall, ihr Bäume, wie ihr das macht, was ihr da macht, wie immer ihr das hinkriegt - großartig. An den Straßen, in den Städten - ganz Paris sei voller Platanen, hab ich mal gehört. Toll. Platanen mag ich mit diesen Stämmen, ihrer Rinde, die sich schuppt. Und dann die kugeligen Dinger, die Früchte? Samen? Kuschelige Bäume sind das. Und ich hab keine Lust, mich da genauer zu informieren. Botanik? Fehlanzeige. Fachwissen? Wozu? Hat nicht der alte Willy schon was geschrieben darüber, dass man auch nicht mehr davon hat, wenn man erklären kann, wie ein Naturphänomen zustande kommt. Oder wie das im Fachjargon genau bezeichnet wird. Ja, William: "These earthly godfathers of Heaven`s lights …" und so. Taufpaten, fachidiotische. Und Oscar Wilde, der hatte auch was dazu zu sagen: Dass es besser ist, wenn einer sich an einer Rosenblüte freut, als wenn jemand ihre Wurzeln unter dem Mikroskop betrachtet. Oder so ähnlich. Ja, den Wilde, den hab ich nicht ganz so deutlich im Kopf wie den alten Klassiker. "Schlag nach bei Shakespeare …" Stimmt, da steht was drin und du findest immer ein passendes Zitat. Zu allem und jedem, jawohl. Wie bin ich jetzt nur ausgerechnet darauf gekommen? Von den Bäumen am Straßenrand? Ach ja, die Fantasie macht Sprünge, die sind schneller als so ein Bus fährt.

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Tierisch laut?

Von wegen!

Auch während der Vorstellung am Abend war es mucksmäuschenstill im Saal, als ein aufmerksames Publikum den LiteRatten zuhörte und sich auf die pantomimischen Szenen von Uwe Bittes einließ.

 

Probenfotos von der Veranstaltung "Animalisch". (Und wer knipst, ist nicht mit drauf, deshalb kein Bild von mir selbst)

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LiteRättisch animalisch

Tierisch skurrile, abgedrehte oder ernste Texte über Mehr- und auch Zweibeiner, dazu die wortlose Unterstützung durch den Pantomimen Uwe Bittes. 

Eine Lesung der Autorengruppe LiteRatten am Samstag, 20.10.2018 um 20.00 Uhr im Vorstadttheater Tübingen, Katharinenstr. 28.

Eintritt € 10,-

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Nachgeschrieben

Von den vielen dänischen Steinen schleppte ich einige mit nach Hause. 

 

 

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Abwärts im Aufzug

aus der Kritik im GEA, unter dem Titel "Abwärts im Aufzug"
aus der Kritik im GEA, unter dem Titel "Abwärts im Aufzug"

aus der Kritik im GEA vom 24.7.2018, die unter dem Titel "Abwärts im Aufzug" erschien.

 

 

Auf der Reise nach Norden fand ich einige Tage später in der Brunsbütteler Zeitung vom 28.7. gleich zwei Artikel über Hunde, die aus überhitzten Autos gerettet werden mussten.

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Über den roten Teppich

… konnte man am 29. Juni zur Vernissage der Ausstellung "Farbe auf Zeit" ins Paul-Jauch-Haus in Eningen, Eitlinger Str. 5, schreiten.

Am Sonntag, 22. Juli, werde ich zwischen 17.00 und 19.00 Uhr dort verschiedene Texte lesen, dazu gibt es Musik von Blasebelg *.

Unter anderem bringe ich, passend zum Titel der Ausstellung, in meinem "alliterarischen ABeZett" die ganze Palette von gnadenlos grau getönter Gefühlswelt bis zu farbig frohlockenden Fantasien.

"Wenn heute nicht dein Tag ist, wem gehört heute dann?", räsoniert in einem anderen Text die Frau, die an der Endhaltestelle Scherbental schließlich ihr Paradies findet. 

Unheilige Paradiese, so lautete ein anderes Thema der Eninger Künstlergruppe, und aus ihren Paradiesen vertrieben werden auch die Protagonisten in meinen Texten "Allzu menschlich" und "Patschnass".

"Mitten im Sommer" kommt er dann endlich, der Sommer. Und zum Schluss wird es regional moritätlich. 

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Farben, Töne, Wörter - Donnerwetter!

"Paint it Jazz" war wieder eine der Hauptattraktionen beim KuajO (Kunst an jedem Ort) Projekt im Garten des Heimatmuseums am 10. Juni 2018.

Die beiden Organisatorinnen der Veranstaltung, Maria Katsouli und Karin Zimmermann, machten den Anfang, später durfte auch das Publikum ausprobieren, wie es sich anfühlt, Töne in Farbe umzusetzen.

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SiC - wie geht das denn?

"Gebrauchsanweisung fürs Schreiben im Café" schlug eine Teilnehmerin neulich als Impuls vor. Und so verschieden, wie wir sind, fielen natürlich auch unsere Texte zum Thema aus.

Einige haben mir ihre Beiträge zur Verfügung gestellt - danke! Viel Spaß beim Nachlesen!

 

Die Fotos wurden während des Treffens mit Eleonore Wittkes Tablet aufgenommen - von ihr und anderen.

 

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Demnächst hier:

<-- Bitte eintreten! 

Zwischen Bahnhofsvorplatz und Abstellgleis haben Heidemarie Köhler und Undine Zimmer alltägliche und besondere Momente gesammelt.

Multimediale Lesung

im Nachtcafé der Bahnhofsmission Tübingen (Europaplatz 13, direkt neben dem Hauptbahnhof) im Rahmen der Tübinger Kulturnacht

am 12.5.2018 um 21.00 und 22.00 Uhr.

Eintritt mit Kulturnachtbändel.

 

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Schneereste

Was schert uns der Kalender - meteorologisch ist es Frühling!

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Neuanfang im November

November im Wiesaztal
November im Wiesaztal

Ausgerechnet im November spielen die beiden Texte, die ich am kommenden Dienstag, dem 6. März 2018, um 16.00 Uhr im Luise-Wetzel-Stift in Tübingen, Beim Herbstenhof 15, lesen werde.

Aber einen Neuanfang gibt es nicht nur im Frühling - der zurzeit ja auch noch weit entfernt scheint - oder?

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Unterwegs zum Lokaltermin

 

 

Vorbereitungen für die Tübinger Kulturnacht 2018 mit

Undine Zimmer.

Wir haben uns unsere geplante Location, die Bahnhofsmission, angesehen und Pläne geschmiedet:

Es wird eine Lesung zum Thema Bahnhof, Menschen unterwegs, Ankommen, Umsteigen, Abfahren. Hinterausgang, Abstellgleis. Ein bisschen Bild und Sound, dazu passend.

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