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Endspurt

Eine der Protagonistinnen in meinem nun fast abgeschlossenen Romanprojekt* fotografiert, was sie auf der Straße findet. Aus dem Text:

Kronkorken, schon ein wenig angerostet. Plastikdeckel von Einwegbechern, die durchsichtigen Hülsen von Strohhalmverpackungen, Papiertüten, plattgetreten

oder zerknüllt, manche schon aufgeweicht, in Auflösung begriffen, als würden sie in den Asphalt einsickern, ja, man konnte sich vorstellen, dass sich um die Erde eine Kruste aus Müll bilden würde, eine immer dickere Schicht. Aber nein, Adas Fotos waren nicht als Protest dagegen gemeint. Sie spürte

eine eiskalte Befriedigung, wenn sie wieder so ein Objekt in Szene setzte – wohlgemerkt, nur mit der Kamera. Niemals manipulierte sie die Fundstücke, arrangierte sie anders, als sie da auf der Straße lagen oder im Gras oder zwischen den Blättern auf den Wegen. Sie nahm sie nur von allen möglichen verschiedenen Blickwinkeln auf und suchte sich das wirkungsvollste Bild aus.

Warum? Sie fühlte sich grimmig verwandt mit dem Abfall.

* Am Abend des 25. November: geschafft, die über 50 000 Wörter. Aber die Arbeit an dem Projekt geht weiter.

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